The story that was never told. Escaping the Holocaust/Historien som aldrig blev berättad
Monday, February 2, 2026
Rapport från Philipp Müller, Projekt Jüdisches Leben Frankfurt am Main och Initiative Stolperstein Frankfurt am Main, efter mitt föredrag på Judiska museet i Frankfurt/Main den 6 november 2025
“To Sweden” Ein bewegender Abend über Flucht und Erinnerung:
Die Geschichte der Familie Oppenheimer
Im Jüdischen Museum Frankfurt fand am 6. November ein eindrucksvoller Abend statt, der Geschichte, Erinnerung und persönliche Spurensuche miteinander verband. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Bertil Oppenheimer, der das Buch über die spektakuläre Flucht seiner Eltern Elli und Kurt Oppenheimer vorstellte.
Das Frankfurter Ehepaar konnte sich 1943 über die Niederlande vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Schweden retten. Über diese lebensgefährliche Flucht, ihre Todesangst und die Entbehrungen der ersten Jahre des Exils hatten sie später kaum gesprochen. Erst nach dem Tod seiner Eltern und Großeltern entdeckte der 1950 in Schweden geborene Sohn Bertil Oppenheimer persönliche Aufzeichnungen und Unterlagen, die ihm neue Einblicke in die Geschichte seiner Familie eröffneten. Er ergänzte diese durch umfangreiche Recherchen in Archiven in Schweden, Deutschland, den Niederlanden und den USA – und machte daraus ein Buch, das nun auch den englischsprachigen Leserinnen und Lesern zugänglich ist. Bereits zuvor gab es Recherchen zur Familie Oppenheimer/Hirsch von Angelika Rieber (Projekt Jüdisches Leben Frankfurt) und Mona Wikhäll (Initiative Stolpersteine Frankfurt).
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die stellvertretende Direktorin des Jüdischen Museums Dr. Eva Atlan und Grußworten des schwedischen Konsuls Christian Bloth. In seinen Worten würdigte er die historische Verbindung zwischen Schweden und den Menschen, die dort während der NS-Zeit Zuflucht fanden, und betonte die Bedeutung solcher persönlichen Erinnerungsarbeiten für die deutsch-schwedische Erinnerungskultur.
Im Anschluss führte Dr. Clemens Maier-Wolthausen mit einem kenntnisreichen Impulsvortrag in das Thema ein. Der Historiker und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg beleuchtete Schweden als Ziel jüdischer Emigration während der NS-Zeit. Dabei stellte er heraus, dass das skandinavische Land für viele Verfolgte zu einem Ort der Hoffnung, aber auch der Herausforderung wurde.
Daraufhin nahm Bertil Oppenheimer das Publikum mit auf eine sehr persönliche Reise in die Vergangenheit. Er erzählte vom Fluchtprozess der Eltern, zeigte ausgewählte Dokumente wie z.B. Bilder Pässe seiner Eltern mit dem großen „J“ und den von den Nazis zugewiesenen Beinamen „Sara“ und „Israel“, und schilderte eindrücklich, wie sich das Bild seiner Eltern durch die Recherche verändert hat. Die Mischung aus historischen Fakten und emotionaler Familiengeschichte berührte viele der Anwesenden sichtbar.
Zum Abschluss entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch zwischen dem Autor, Dr. Maier-Wolthausen und dem Publikum. Dabei ging es nicht nur um die individuellen Erfahrungen der Familie Oppenheimer, sondern auch um die Bedeutung von Erinnerung und Weitergabe innerhalb der Familien jüdischer Emigrantinnen und Emigranten.
Bereits einen Abend zuvor berichtete Bertil Oppenheimer von der Familiengeschichte in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt als Teil einer kleinen Lesereise zur englischen Version seines Buches. Bereits über 200-mal hat er schon in Veranstaltungen oder vor Schulen gesprochen. 2022 auch im Rahmen des Frankfurter Besuchsprogramms in der Heinrich-Kleyer-Schule. Seit seiner Pensionierung als Wirtschaftsprüfer hat Oppenheimer es sich zur Aufgabe gemacht durch seine Familiengeschichte an das Leid der jüdischen Opfer während des Nationalsozialismus zu erinnern. Im Oktober dieses Jahres wird er erneut zu weiteren Stolperstein-Verlegungen seiner Familie nach Frankfurt kommen.
Der Abend im Jüdischen Museum Frankfurt zeigte eindrucksvoll, wie persönliche Geschichte und kollektives Gedächtnis miteinander verwoben sind – und wie wichtig es bleibt, die Stimmen der Vergangenheit immer wieder hörbar zu machen.
Ich habe auf der Homepage vom Jüdischen Leben Frankfurt noch einen Artikel zu deinem Besuch geschrieben: https://www.juedisches-leben-frankfurt.de/news/
Philipp Müller
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